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Ubicación del vendedor

  • Freud, Sigmund / Weiss, Edoardo:

    Idioma: Alemán

    Publicado por S. Fischer, Frankfurt am Main,, 1973

    ISBN 10: 3100227328 ISBN 13: 9783100227324

    Librería: Antiquariat Christoph Wilde, Düsseldorf, Alemania

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    1. Auflage. 93, (3) S. Orig.-Broschur (= Reihe Fischer 34). - Stempel auf Fußschnitt; Buchblock an der unteren Ecke etwas bestoßen. Ansonsten gut erhaltenes Exemplar. Innen sauber.

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    Paperback. Condición: Gut. 92 S.; 19 cm. C.-D. Rath war Mitbegründer der Freud-Lacan-Gesellschaft - Psychoanalytische Assoziation Berlin und der Fondation Européenne pour la Psychanalyse. Kleine Unterstreichungen und gelegentl. Anmerkungen -- Die Korrespondenz zwischen Sigmund Freud und Edoardo Weiss zeigt Freud in der Rolle eines psychoanalytischen Konsultationsarztes. Diese Seite Freuds ist selten genau beschrieben worden; der Briefwechsel zwischen Freud und Karl Abraham enthält dazu z. B. nur einige wenige Briefe. -- Ein Eindruck, der den Leser der Briefe Freuds an Weiss überrascht, ist die Offenheit, mit der Freud darüber urteilt, ob gewisse Patienten einer Behandlung würdig sind oder nicht. In persönlicher Korrespondenz benutzte Freud scharfe Ausdrücke wie "Lump", um gewisse Menschen zu beschreiben, die zur Behandlung kamen. Er wandte sich gegen den Versuch, sie zu behandeln. Gestützt auf seine reiche klinische Erfahrung konnte er die Warnung aussprechen, daß der Patient, der zu viel über seine Analyse redet, damit eine Bloßlegung der Analyse vorbereite. An anderer Stelle erklärte er mit der Freundlichkeit und Geduld, die für die gesamten Briefe an den jüngeren Kollegen charakteristisch sind, daß Dr. Weiss vielleicht derzeit noch zu jung sei, um die notwendige Vater-Uber-tragung anzuregen. (Weiss war um dreiunddreißig Jahre jünger als Freud.) Zu jeder Zeit übte Freud Vorsicht, nicht zu viel Rat zu geben, und was er zu sagen hatte, war als Anregung und nicht als Enzyklika gemeint. Er war immer darum besorgt, die Selbstachtung seines Schülers zu wahren. -- Immer wieder warnte Freud vor übermäßigem therapeutischem Ehrgeiz. Die Warnung war nicht Ausdruck von Pessimismus, sondern von Zurückhaltung hinsichtlich der Erwartungen, mit denen man damals psychoanalytische und auch andere Heilungsversuche der Geisteskrankheiten und Persönlichkeitsänderungen betrachtete. -- Freuds Worte unterstreichen die ursprüngliche Einstellung, die Psychoanalyse eher als Untersuchungsmethode denn als Behandlungsmethode zu benutzen. -- Eine weitere Warnung drückt sich in den Worten aus "kein Versuch, ihm [dem Patienten] unsere freieren Ansichten über den Sexualverkehr aufzudrängen". -- Verschiedene Aspekte der psychoanalytischen Therapie werden hier klar vor Augen geführt. Freud war sich der Wichtigkeit, den Patienten zu gewinnen, sein Interesse an der psychoanalytischen Arbeit zu wecken und seinen Enthusiasmus zu erregen, bewußt. Worte wie "Eroberung" werden benutzt, um die erwünschte Beziehung zu beschreiben. An einer Stelle mahnt Freud, den Patienten nicht seinem "Dämon" zu überlassen. Dr. Weiss erklärt uns, daß Freud mit dem "Dämon" den Wiederholungszwang meinte. -- Eine eindrucksvolle Eigenschaft dieser Briefe ist ihre offene und überzeugende Darstellung der psychischen Dynamik. Der Empfänger muß sie als Schulung im psychodynamischen Denken erlebt haben. Eine solche Vertiefung des allgemeinen Verständnisses ist für den Schüler von höherem Wert als Hilfe in einer spezifischen Situation; sie ist schwer zu vermitteln und kann leicht irreführend werden, es sei denn, daß der Schüler willig ist, zuzuhören und zu lernen. Fast als einziger in Italien war Dr. Weiss bereit, von diesen höflichen und oft indirekten Ratschlägen Gebrauch zu machen. -- Wir finden in den Briefen viele zwanglose Andeutungen und Anhaltspunkte für die therapeutische Einstellung. In einem Fall sprach sich Freud gegen die Terminsetzung für die Beendigung der Behandlung aus. Oft riet er eine Besprechung mit den Eltern des Patienten an. Einmal empfahl er überraschenderweise die Unterbrechung der Analyse, mit dem Versprechen, die Behandlung in einigen Monaten wiederaufzunehmen. In anderen Briefen erwähnte er die Wichtigkeit der Voraussage bedeutender Entwicklungsvorgänge, um den Anprall feindseliger Regungen in der Übertragungsneurose zu mildern. Um die Stellung des Arztes zu sichern und späteren Enttäuschungen vorzubeugen, empfahl er, die Eltern zu warnen. Alle Briefe sind von der Überzeugung durchdrungen, daß wir soviel wie möglich von den Menschen und ihrem Unbewußten erfahren müssen und daß er, Freud, und seine Anhänger noch viel zu lernen haben. -- Zweimal spricht Freud seinem Kollegen Mut zu und erwähnt, daß so mancher Patient sich "gesundgeschimpft" habe. An anderer Stelle behauptet Freud, es sei in klinischer Arbeit wahrscheinlich unvermeidlich, daß eine verborgene Psychose durch die Behandlung aktiviert werde, man brauche sich deswegen nicht unbedingt anzuklagen. Zum Zwecke der Konsultation sah Freud gern Patient und Arzt gleichzeitig bei sich. Bevor er sich zur Konsultation bereit erklärte, wollte er die Gewißheit haben, daß sowohl der Patient als auch der Arzt sie wünschte, sonst würde die Besprechung nutzlos und sogar schädlich sein. Der Brief vom 12. April 1933 enthält am Schluß einen bisher unveröffentlichten Absatz, der Freuds Vorliebe zeigt, den Patienten zusammen mit seinem Arzt zu sehen. -- Einer der frühen Briefe (3. Oktober 1920) enthält den ungewöhnlichen Begriff "Leidenskonflikt". Mit diesem Begriff deutet Freud an, daß nur ein Konflikt, der Leid verursacht, die zur Heilung genügende Energie mobilisieren kann. Wo kein Leid empfunden wird, vermag der Arzt nichts zu erreichen. Für einen Patienten, bei dem der Anteil des Leidens nur gering und das Verhalten unmoralisch war, schrieb Freud trocken das drastische Mittel vor, ihn nach Südamerika zu schicken und ihn dort sein Schicksal finden zu lassen. Rasche, unerwartete und kühne Ratschläge dieser Art sind für Freuds Briefe an Edoardo Weiss charakteristisch. (aus der Vorbemerkung) ISBN 9783100227324 Sprache: Deutsch Gewicht in Gramm: 99.