Birgit Berger beschäftigt sich seit vielen Jahren mit rhythmischen Strukturen in Musik und Kunst. Einen besonderen Schwerpunkt bildet ihre Auseinandersetzung mit dem musikalischen Denken Jaki Liebezeits.
Ihre Arbeiten verbinden Musikwissenschaft, Bewegungsforschung und Zeitphilosophie mit einem interdisziplinären Strukturdenken, das gemeinsame Ordnungsprinzipien von Musik, Kunst und Architektur untersucht. Daraus ergeben sich neue Perspektiven auf die Entstehung musikalischer Zeit.
Die Verbindung von Musik und bildender Kunst entwickelte sich bereits Ende der 1980er-Jahre aus der Begegnung mit dem amerikanischen Free-Jazz-Musiker Reverend Frank Wright (1935-1990). Anfang der 1990er-Jahre begleiteten der Bildhauer Prof. Detlef Birgfeld (1937-2026) und der amerikanische Fluxus-Künstler Al Hansen (1927-1995) diese Auseinandersetzung und gaben ihr weitere Impulse.
Mit Jaki Liebezeit war Birgit Berger persönlich eng verbunden; die langjährige Nähe zu seinem musikalischem Denken und seiner Praxis bildet einen wesentlichen Hintergrund ihrer Arbeit. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie Zeit in musikalischen Zusammenhängen entsteht, wahrgenommen und organisiert wird.
Mit "Jaki Liebezeit – Zeit als Struktur. Zur Organisation rhythmischer Zeit" veröffentlichte sie die erste deutschsprachige strukturtheoretische Untersuchung von Liebezeits rhythmischen Vermächtnis. Darin wird Rhythmus nicht als Abfolge von Noten oder mathematischen Mustern verstanden, sondern als Ergebnis präzise organisierter Bewegung.
In "Jaki Liebezeit – Kollektiver Rhythmus. Zur Organisation kollektiver Zeit" führt Birgit Berger diese Untersuchung weiter und richtet den Blick auf die Frage, wie gemeinsame Zeit aus Bewegung, Wahrnehmung und gegenseitiger Orientierung entsteht. Ausgangspunkt ist die musikalische Praxis Jaki Liebezeits.