1. Vortrag des Herrn Schleuniger über die moralisch-politische Nothwendigkeit, daß Großer Rath und ... 1. Vortrag des Herrn Schleuniger über die moralisch-politische Nothwendigkeit, daß Großer Rath und ...

1. Vortrag des Herrn Schleuniger über die moralisch-politische Nothwendigkeit, daß Großer Rath und Regierung des Kantons Aargau abtreten, und diese beiden obersten Landesbehörden aus den Urwahlen des Volkes neu gebildet werden. Gehalten in der Großrathssitzung vom 6. Mai 1845 - 2. Vortrag des Herrn Schleuniger gehalten in der außerordentlichen Sitzung des Großen Rathes am 29. Mai 1845.

Schleuniger, [Johann Nepomuk].

Editorial: O.A. [Luzern 1845], bzw. Luzern, gedruckt bei Gebrüdern Räber 1845., 1845
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2 div. Reden. 8° (unterschiedl.). 16 bzw. 19 SS. Schriftsatz in 7-Punkt Fraktur. Brosch. (beide ungeheftet u. unbeschnitten). Leicht angestaubt, min. stockfleckig, 1. Schrift unaufgeschnitten (dreifache Bogenfaltung), 2. blass stockfleckig u. marginal gebräunt. Gesamthaft und in Anbetracht der bescheidenen Ausstattung relativ gute Exemplare - - Barth 7496 u. 7495 - Zwei Rücktrittsforderungen an die aargauischen Räte angesichts der konfessionellen Streitigkeiten im Kanton generell, und der Freischarenzüge vom 8. Dezember 1844 und 31. März/1. April 1845 im besonderen. - "Hochgeachtete Herren! vor etwa acht Tagen hat diese hohe Behörde sieben bis achthundert reformirte Aargauer aus der Kriegsgefangenschaft um die Summe von zweimal-hunderttausend Franken losgekauft, und ihnen zugleich Amnestie für den ungesetzlichen Einfall in den Kanton Luzern ausgesprochen. Gleichzeitig haben Sie auch denjenigen katholischen Aargauern, welche an den Ereignissen im Jänner 1841 betheiligt waren, Vergessenheit angedeihen lassen. Dieser Doppelakt ist und bleibt merkwürdiger als Alles, was die neueste Schweizergeschichte an stark hervortretenden Erscheinungen aufgezeichnet hat. [.] Die gegenwärtige aargauische Regierung ist eine moralische Unmöglichkeit geworden; es ist moralische Nothwendigkeit, daß sie abtrete, wenn der vielgepriesene eine und schöne Aargau gerettet werden muß [.]." (etc., 6. Mai, p. 3 u. p. 14). - Am 29. Mai doppelt Schleuniger nach, indem er eine ganze Reihe sehr detailliert geschilderter unerfreulicher Ausschreitungen und Übergriffe aufzählt und kritisiert: "Blicken sie [.] nach Frick. Am letzten Markt daselbst wird der Gemeindeschreiber Mösch beim Eintritt in's Wirthshaus zum Rebstock vom Beamten und Freischärler Kalt zu Boden geschlagen, daß er in Blut und Ohnmacht liegen blieb" (p. 8). Schleuniger sieht nur eine Konsequenz: "Es gibt ein Mittel, welches uns rettet: die neue Bildung der beiden Landesbehörden. [.] Ein neuer Großer Rath ist Noth; nur aus diesem kann eine andere Regierung hervorgehen." (p. 15 u. p. 18; vgl. dazu H. Staehelin, Geschichte des Kantons Aargau 1830-1885. 1978, p. 116 f.) - Antragsteller war Johann Nepomuk Schleuniger (Klingnau 1810-1874 ibid.), Professor, Redaktor, Politiker, Bezirkslehrer in Baden, aargauischer Grossrat. "Die Klosteraufhebungsbeschlüsse [vom 13. Januar] 1841 wandeln den in liberalem Geiste gebildeten Schleuniger zum entschiedenen Gegner der radikalen Regierungspartei. Er wird Führer der katholischen Opposition [.]. [.] Sein Anteil an der Entwicklung der aargauischen Volksrechte ist recht bedeutend." (Biogr. Lex. d. Aargaus, 1958; vgl. HLS) - Schleuniger, "ein unerschrockener, kompromissloser Vertreter des katholisch-oppositionellen Standpunktes" brachte im versammelten Grossen Rat "Anklagen von unerhörter Schärfe gegen die radikalen Machthaber vor; in einer von ihm und seinen Anhängern verlangten Sondersitzung vom 29. Mai 1845 forderte er sogar, dass der Grosse und mit ihm der Kleine Rat geschlossen zurückträten und damit eingestünden, dass ihre bisherige Politik verfehlt und verwerflich gewesen sei. Damit erreichte er natürlich gerade das Gegenteil dessen, was er wollte." (H. Staehelin, op. cit., p. 117). - Sprache: de. N° de ref. de la librería CHAG031015

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Título: 1. Vortrag des Herrn Schleuniger über die ...

Editorial: O.A. [Luzern 1845], bzw. Luzern, gedruckt bei Gebrüdern Räber 1845.

Año de publicación: 1845

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